Netzwerktechnik

Ta-taa: Ein neuer Artikel……..

Von Weberhaus haben wir reichlich CAT7-Kabel in unserem Haus verlegen lassen; um die Dosen und das Patchfeld habe ich mich selbst gekümmert. In vielen Blogs habe ich gesehen (und sehe auch immer noch in aktuellen Blogs), dass dazu gerne auf LSA-Dosen und LSA-Patchpanels zurück gegriffen wird. Viel eleganter sind hier jedoch die sogenannten Keystone-Module.

Insbesondere bei Patchpanels ist man mit Keystone-Modulen deutlich flexibler, da man ein Patchpanel mit unterschiedlichen Modulen bestücken kann – bspw. ein kleines Abteil zur Sat-Verteilung neben den RJ45-Buchsen. Und sollte mal eine Buchse kaputt gehen, dann hat man mit einem LSA-Patchpanel 9*24 kleine Probleme, die zusammen ein richtig großes Problem ergeben, da das ganze Panel ersetzt werden muss. Beim Keystone-Panel tauscht man einfach die einzelne Buchse aus und legt 8 Adern und den Schirm neu auf. Richtig einfach.

Preislich liegt die Keystone-Variante in etwa gleich wie das LSA-Zeugs (wenn man Mid-Range mit Mid-Range vergleicht und nicht ein Ramsch-LSA-Panel zum Vergleich bemüht).

Da ich heute das letzte Netzwerkkabel in einem Nebenraum im Keller angeschlossen habe, habe ich ein paar Bilder gemacht. An Werkzeug benötigt man lediglich ein Messer (zum Entfernen des Mantels) und einen Seitenschneider. Außerdem ist eine Rohrzange (!!) hilfreich, um das Metallgehäuse zusammen zu pressen (die CAT7-Adern sind recht dick).

Für eine Dose benötigt man folgendes:

Keystone-Elemente

Von links nach rechts (das ist auch die Reihenfolge des Zusammenbaus):

  • Das Keystone-Modul (CAT 6A)
  • Der Modularträger. Sinnvollerweise aus dem Schalterprogramm (bei uns Gira). Der Modularträger muss zum Keystone-Modul passen! Dies ist in der Beschreibung des Modularträgers zu verifizieren.
  • Der Rahmen. Auch aus dem Schalterprogramm.
  • Die Abdeckung aus dem Schalterprogramm.

Zur Bestückung eines Patchpanels benötigt man nur das Keystone-Modul (also bspw. 24 Mal).

Der Zusammenbau gestaltet sich recht einfach. Die Adern werden in einen Träger des Keystone-Moduls gesteckt:

keystone-2Sehr einfach, da der Träger farbliche Kennzeichnungen für die Adern hat.

Tipp: Bevor man die paarweise verdrillten Adern durch den Träger schiebt, sollte man diese schon im Kabel an die richtige Position gebogen haben. Also orange/weiß oben links im Kabel, blau/weiß oben rechts usw. Dadurch hat man weniger Gefummel beim Einlegen der Adern in die dafür vorgesehenen Halterungen.

Die überstehenden Adern werden danach abgeschnitten, womit man am heikelsten Punkt der Operation ist: Bedingt durch die Bauart stehen die Adern senkrecht zum Metallgehäuse. Sind die Adern auch nur wenige Zehntel Millimeter zu lang, so gibt es einen Kurzschluss zwischen der Ader und dem Gehäuse (also der Schirmung), und das Kabel wird als LAN-Kabel nicht funktionieren.

Da selbst mein kleiner Elektronik-Seitenschneider zu viel überstehen ließ, habe ich folgendes Vorgehen gewählt:

  • Adern grob mit dem Seitenschneider abschneiden
  • Eine Ader einzeln aus der Halterung holen. Man sieht an den Quetschstellen nun sehr genau, wo das äußere Ende liegt.
  • Mit dem Seitenschneider einen klitzekleinen Hauch oberhalb dieser Quetschstelle die Ader abschneiden.
  • Ader zurück in die Halterung drücken.
  • Nächste Ader.

Auf dem folgenden Bild habe ich das mit blau/weiß gemacht, mit dem Rest noch nicht. Die 6 noch nicht bearbeiteten Adern würden hier mit Sicherheit zu einem Kurzschluss führen. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich von den ersten 10 Modulen wieder 5 aufmachen durfte, da es eben Kurzschlüsse gab.

keystone-3Da die Gefahr für überstehende Adern leider recht groß ist, habe ich mir für ca. 12 Euro einen LAN-Tester gekauft. Diese billigen Teile taugen genau dazu: Auf Kurzschlüsse zu testen. Wichtig ist, dass der LAN-Tester auch den Schirm testet, sonst ist er nutzlos.

Die LEDs leuchten schön artig eine nach der anderen auf: 🙂

keystone-4

 

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4 Antworten zu Netzwerktechnik

  1. nathelbiya schreibt:

    Danke für den Artikel, kommt grad zur richtigen Zeit. Bisher habe ich immer LSA genutzt, hatte aber schon gehört, dass es inzwischen bessere Systeme gibt. Wobei sich das mit dem exakten Abschneiden komplizierter als bei LSA anhört.

    • mr4711 schreibt:

      Hallo.
      Das exakte Abschneiden der Adern verlängert die Aktion pro Stecker um ca. 1 Minute. Wenn man weiß, wie man es macht, geht es recht flott: Ader aus der Feder schieben, zielen, abzwicken und wieder zurück in die Feder schieben.
      Gruß,
      Martin

  2. Djoni schreibt:

    Hallo ! Herzlichen Glückwunsch zu eurem WeberHaus!! Wir werden ebenfalls mit Weber Häusle mit Keller bauen. Was habt ihr für ne Wand bekommen, die dickere OvöNaturTherm?Habt ihr schon die Blowdoor Test Werte für euer haus??Würde mich gerne interessieren was uns erwartet.
    Gerne auch per email.

    viel Erfolg !!

    • mr4711 schreibt:

      Hallo. Wir haben die dickere ÖvoNatur Therm, weil es die in einer Aktion für sehr kleines Geld gab.

      Die Ergebnisse des Blower-Door-Tests habe ich nicht mehr im Kopf. Sie waren aber vom Betrag her sehr gut, und das, obwohl mir nach dem Test noch zwei Punkte aufgefallen sind:
      (a) Wir haben etliche Leerrohre vom Keller in den Dachboden (der nicht luftdicht ist). Ebenso haben wir einige Leerrohre, die vom Keller hinaus ins Freie führen. Diese waren beim Test allesamt nicht verschlossen.
      (b) Beim Ausbau eines Raums im Keller ist mir aufgefallen, dass ein Fenster auf einer Breite von über einem Meter nicht ordentlich in die Wand geschäumt war. Hier konnte man bei stärkerem Außenwind einen deutlichen Luftzug spüren. Das habe ich natürlich zwischenzeitlich behoben.

      Ah, doch: Da ist unser Wert; https://einhaussollswerden.wordpress.com/2014/01/19/eine-ruhige-woche/

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